Hintergrundwissen: Globale Erwärmung

Warum wird es wärmer – und was kann man dagegen tun? Wir haben ein paar grundlegende Hintergrundinformationen zusammengetragen.

 

Man nannte es "Europas große Dürre": Rekordtemperaturen, gepaart mit wenig Regen, ließen die Landwirtschaft darben, brachten die Flussschifffahrt zum Erliegen und die Asphaltdecke mancher Straßen zum Bersten. 1976, ein Jahrhundertsommer für die Geschichtsbücher.

Bereits sieben Jahre später kam ein noch heißerer, in den 90ern zwei weitere. Diese verblassten wiederum gegen den Hitzesommer 2003, der in Europa 70.000 Todesopfer forderte. Der „Jahrhundertsommer" von 1976 ist heute nur der zehntheißeste der letzten 40 Jahre.

 

Warum wird es wärmer?

Woran das liegt, weiß man seit Ende der 80er und kann es in jeder Zeitung grob nachlesen: Globale Erwärmung, verursacht durch den Treibhauseffekt, ausgelöst durch das CO2 aus unseren Abgasen. Aber wie genau hängt das zusammen?

Die Energie des Sonnenlichts wird beim Auftreffen auf den Erdboden großteils absorbiert und dadurch in Wärme umgewandelt. Ein Teil der Sonnenergie  wird außerdem als Wärmestrahlung reflektiert. Kleine Gasmoleküle in der Atmosphäre wie zum Beispiel Kohlendioxid (CO2) und Methan können diese ausgehende Wärmestrahlung abfangen, nicht aber das einfallende Sonnenlicht, – genau wie bei den Glasscheiben eines Treibhauses (daher der Name Treibhauseffekt). Je mehr von diesen kleinen Molekülen vorhanden ist, desto mehr Wärmestrahlung gelangt nicht hinaus ins Weltall, sondern wird zurückgehalten – und desto wärmer wird damit das Treibhaus Erde.

Die drei kleinen Moleküle, die am meisten zum Treibhauseffekt beitragen, sind – in dieser Reihenfolge – Wasserdampf (Luftfeuchtigkeit), CO2 und Methan. Die Menge an Wasserdampf in der Atmosphäre kann der Mensch nicht direkt beeinflussen – sie hängt von der Verdunstung und damit von der Temperatur ab. Die Konzentration an CO2 in der Atmosphäre, das bei der Verbrennung jeglicher Energieträger frei wird, lag  während der Menschheitsgeschichte stabil bei 280ppm (parts per million = Teilchen pro Million Teilchen). Durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas seit Beginn der Industriellen Revolution ist die CO2-Konzentration um fast 50 Prozent auf 400ppm angestiegen. Auch die Konzentration von Methan, das der Mensch vor allem durch Erdgas-, Erdöl- und Kohleabbau, durch Viehzucht und über Mülldeponien erzeugt, hat sich seit vorindustrieller Zeit massiv erhöht – von 750ppb (parts per billion = Teilchen pro Milliarde Teilchen) auf 1800ppb.

Die Folge: Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit ist die globale Durchschnittstemperatur um 0,8 Grad angestiegen. Das klingt nicht nach viel. Aber diese 0,8 Grad haben bereits ausgereicht, das Nordpoleis um 40 Prozent schrumpfen zu lassen, Wetterextreme zu verstärken und den Meeresspiegel soweit ansteigen zu lassen, dass erste bewohnte Inseln bereits evakuiert werden mussten. Mehr als 95 Prozent aller Klimaforscher sind sich einig, dass wir die globale Erwärmung auf maximal 2 Grad begrenzen müssen, um wenigstens eine realistische Chance (wenn auch keine Garantie) zu haben, katastrophale Dürren und Hungersnöte in Afrika, Asien und Südeuropa und daraus resultierend viele Millionen Tote und Flüchtlingsströme von mindestens einer Viertelmilliarde Menschen zu vermeiden.

Und Treibhausgase wirken lange: Selbst wenn die Menschheit heute von einem Tag auf den anderen aufhören würde, Öl, Kohle und Gas zu verbrennen, würde die Durchschnittstemperatur um ca. 1,5 Grad ansteigen. Um wenigstens eine 50-Prozent-Chance zu haben, den Temperaturanstieg auf 2 Grad zu begrenzen – also quasi die sichere Zukunft der globalen Zivilisation wenigstens auf einen Münzwurf zu setzen – darf die Menschheit insgesamt nicht mehr als 840 Milliarden Tonnen CO2 ausstoßen. 600 Milliarden Tonnen haben wir heute schon verursacht. Diese 840 Milliarden Tonnen-Grenze werden wir bei aktueller Entwicklung um das Jahr 2030 erreichen. Ohne ein schnelles Umsteuern wird die Durchschnittstemperatur auf der Welt um mindestens 4 bis 6 Grad ansteigen.

 

Abbildung: Weltweite Durchschnittstemperatur seit 1880; der Nullwert in der linken Skala bezieht sich auf die Durchschnittstemperatur der Jahre 1951-1980 - als die Durchschnittstemperatur bereits um 0,2 Grad gestiegen war. Der kurzzeitige Anstieg um 1940 ist vermutlich auf eine vorübergehend andere Messmethode zurückzuführen.

 

Aber wie kann das sein? Haben wir denn nicht schon viele Schritte unternommen? In Paris fand letztes Jahr schon die 21. UN-Klimakonferenz statt. Und zumindest Deutschland ist doch ein Vorreiter beim Klimaschutz - müssen sich da nicht erst mal die Anderen anstrengen, vor allem China?

Ja und nein. Deutschland hat nach dem gebräuchlichsten Messverfahren seinen CO2-Ausstoß seit 1990 um 27 Prozent gesenkt. Dabei mitgeholfen haben aber die Stilllegung der umweltbelastenden DDR-Industrie in den frühen 90ern und besonders das Verlagern von Produktionsstätten ins Ausland. Denn nach diesem Messverfahren wird nur erfasst, was produziert wird – nicht aber, was man importiert und dann konsumiert. Zudem weisen große Statistiken Deutschland als einen größeren Verschmutzer aus als England, Frankreich, Italien oder Spanien – auch gemessen am CO2-Ausstoß pro Kopf oder pro Einkommen! Und auch in China liegt der CO2-Ausstoß pro Kopf noch unter unserem. Jedes Land zitiert eben gerne die Messgröße, die es besonders gut aussehen lässt. All diese lokalen Statistiken ändern aber nichts daran, dass die CO2-Emissionen global gesehen seit 1990 um erschreckende 50 Prozent gestiegen sind – und weiter steigen.

Das sind viele schlechte Nachrichten – aber es gibt auch gute: Die Menschheit hat das Wissen und die Technologie, um die Klimawende noch zu schaffen. Wir könnten durch Erneuerbare Energien und durch energiesparende Technologien innerhalb von ein bis zwei Jahrzehnten unseren Strombedarf emissionsfrei decken. Durch konsequentes Recycling und vor allem langlebigere und besser reparierbare Produkte müssten wir auch weniger Rohstoffe fördern und aufwändig verarbeiten, um den gleichen Lebensstandard halten zu können. Eine moderne ökologische Landwirtschaft kann umweltschonender und trotzdem effizienter Nahrungsmittel produzieren als unsere heute übliche konventionelle Landwirtschaft. Wir haben alle notwendigen Mittel und das Wissen, wie man sie richtig einsetzt. Es fehlt „nur" an der Entscheidung, das auch konsequent zu tun und die richtigen Prioritäten zu setzen.

 

Was kann der Einzelne tun?

 Natürlich wird es nicht ausreichen, wenn nur jeder Einzelne seine eigenen Lebensgewohnheiten umstellt – die Privathaushalte sind nicht die einzigen, die Emissionen verursachen, und wir werden durch unser Konsumverhalten nicht jedes einzelne Unternehmen dazu bringen können, Umweltschutz zur Priorität zu machen. Aber jedes Bisschen an umweltfreundlichem Verhalten spart Emissionen und erkauft uns dadurch mehr Zeit, die notwendigen Veränderungen durch- und umzusetzen.

Das heißt vor allem: Den direkten und indirekten Verbrauch von Energie verringern. Direkter Energieverbrauch ist vor allem Strom- und Spritverbrauch, der sich zum Beispiel so senken lässt:

  • Kauf und Nutzung von energiesparenden Geräten – vom Küchengerät über Computer und Fernseher bis hin zur Lampe fürs Wohnzimmer.
  • Spritsparende Fahrweise – diese kann bis zu 30 Prozent Energieverbrauch reduzieren und lässt sich in speziellen Kursen lernen.
  • Umsteigen auf Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel.
  • Bilden von Fahrgemeinschaft, Nutzen von Carsharing.
  • Weniger und kürzere Flugreisen.

Indirekter Energieverbrauch steckt in den Produkten, die man kauft: Jede Herstellung eines Produkts kostet Energie, und auch der Versand oder der Transport zum Laden. Den indirekten Energieverbrauch kann man u.a. so senken:

  • Langlebigere Produkte (und dadurch weniger Dinge) kaufen.
  • Sachen lieber einmal öfter reparieren lassen, anstatt sie gleich wegzuwerfen: Die Arbeitszeit des Reparateurs kostet zwar auch Geld, sie belastet aber nicht die Umwelt.
  • Aufwändig verpackte Produkte vermeiden.
  • Gut erhaltene alte Sachen gebraucht verkaufen oder verschenken, anstatt sie gleich wegzuschmeißen.
  • Regionale Produkte kaufen – die haben einen kürzeren Transportweg.
  • An energieaufwändigen Produkte sparen; zum Beispiel kleinere Geräte, weniger (und dafür besseres) Fleisch.
  • Grundsätzlich gilt die Regel: Was Müll (oder Platz im gelben Sack) spart, spart meist auch Energie und schützt damit unser Klima.
Text: Achim Lorenz

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Bühler Repair Café am 8. Dezember 2018

Ihre Lampe, Kaffeemaschine oder DVD-Player funktioniert aus Ihnen unerfindlichen Gründen nicht mehr? Bevor Sie sie wegwerfen, kommen Sie doch einfach beim Bühler Repaircafè vorbei! Hier reparieren ehrenamtliche Helfer Alltagsgegenstände aller Art.

Das nächste Bühler Repaircafé findet am Samstag, 08.12.18, um 14–17 Uhr im KiFaZ  (Luisenstraße 7) statt.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Repaircafé.

Bühl spendet an Regenwaldprojekt
26.11.18, Als Mitglied des Klimabündnis unterstützt die Stadt seit 1995 Projekte zum Schutz des Regenwaldes am Amazonas in Südamerika. Auch 2018 wird dieses Engagement fortgesetzt. Erfahren Sie mehr zu den Projekten im Blog.
Aktuelle Aktion: ADFC-Fahrradklimatest 2018

Wie sieht die Situation für Radfahrerinnen und Radfahrer in Bühl aus? Wo liegen die Stärken? Wo gibt es noch Verbesserungsbedarf?

Bis zum 30.11.18 können Bühlerinnen und Bühler die Fahrradfreundlichkeit der Stadt bewerten und Politik und Verwaltung so eine wichtige Rückmeldung geben.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

https://www.fahrradklima-test.de

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